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Anregung & Kritik

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Kreisstadt Unna:

Literaturschnack Mai 2019 

Ein unterhaltsamer und informativer Austausch über Literatur...

Am Mittwoch, 5 Juni 2019, gab es den letzten Literaturschnack der Bibliothek vor der Sommerpause. Nach guten Anregungen zu Autorenlesungen wurde darüber abgestimmt, ob der LitSchnackNobel (Vergabe eines Unna-Preises für Literaten analog zum Nobelpreis) wiederholt werden sollte. Die Abstimmung ergab, dies nicht zu wiederholen, sich aber nach der diesjährigen offiziellen Vergabe der zwei Nobelpreise (einer rückwirkend für 2018 und einer für 2019) über das Werk der Geehrten auszutauschen.

Das Bibliotheksteam  wünscht  allen Literatuschnackern einen tollen Sommer mit schönem Wetter und wunderbarer Lektüre! Dazu gibt es folgende Tipps: 

Romane:

  • Philip Teir: So also endet die Welt, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Der finnische Autor lässt den Sommer einer Familie Revue passieren, die vor ihren Problemen in den Sommerurlaub ans Meer flüchtet, um dort doch von ihnen eingeholt zu werden. Dabei spielt eine Gruppe von Weltuntergangsanhängern und eine geheimnisvolle, einsame Nachbarin eine große Rolle. Die Charaktere sind nicht sonderlich sympathisch, was ein Mitfiebern schwierig macht.

  • Ulrich Woelk: Der Sommer meiner Mutter, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Eine Familie am Rande Kölns im Sommer 1969: das konservative Ehepaar freundet sich mit den eher liberalen Nachbarn, während der Sohn die etwas ältere Nachbarstochter anhimmelt und gleichzeitig der kurz bevorstehenden ersten Mondlandung von Apollo 11 entgegenfiebert. Das Aufblühen der Mutter sprengt die Familie und endet in einer Katastrophe. Die Weltraumtechnik wird vom Astronom  Woelk sehr verständlich eingeflochten, die Geschichte überzeugend und spannend erzählt. 

  • Daniel Griffin: Rettung, 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden, in der Onleihe24 vorhanden)
    Belletristische Umsetzung des Konflikts der 1990-er Jahre zwischen der kanadischen Holzindustrie und militanten Umweltaktivisten. Dabei wird die moralische Frage beleuchtet, ob der Zweck die Mittel heiligt. Interessantes, gut zu lesendes Debut.

  • Marion Brasch: Lieber woanders, 2019  (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Abwechselnde Schilderung zweier Menschen von einem Tag in ihrem Leben, an dem sie sich unbewusst aber unausweichlich aufeinander zubewegen. Nicht sehr tiefschürfend, aber durchweg solide erzählt

  • Jim Crace: In Arkadien, 2000  (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Sprachlich überzeugende Variante des Mythos vom Tellerwäscher zum Millionär. Der 80-jährige Tycoon Viktor blickt zurück auf seine Entwicklung vom bettelarmen Kind einer alleinerziehenden Mutter zum Oberhaupt eines Einkaufsimperiums. Sein Vermächtnis soll ein riesiges Einkaufszentrum werden, sein „Arkadien“. Doch gefällt allen dieser sterile Konsumtempel?

  • Gabriele Reiß: Geliebter Fluss, 2018 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Diese eher unbekannte Autorin hat – angeregt durch Hermann Hesses Siddharta – eine Schilderung ihrer Reise mit dem Fahrrad von Passau nach Maloja verfasst, die sehr optimistisch und gut informiert von den Schwierigkeiten und Naturbegebenheiten auf dem Weg  berichtet. Lohnend für alle.
     
  • Kent Haruf: Abendrot, 2019  (in der Bibliothek  vorhanden)
    Nachfolger von „Lied der Weite“, der wieder in der fiktiven Kleinstadt Holt in Colorado spielt. Vorrangig die Geschichte um zwei alte Viehzüchter und ihre Ziehtochter weiß Haruf mit seiner Schilderung der Kleinstadtatmosphäre und deren Gesellschaft in ihren oft prekären Auswüchsen zu überzeugen.

  • Margaret Forster: Die Dienerin, 1995 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Die 24-jährige Elizabeth Wilson fängt im London des Jahres 1844 als Dienstmädchen bei einer berühmten Dichterin an. Forster beschreibt sehr gut und überzeugend das Aufblühen und die Emanzipation der Persönlichkeit Elizabeths, was letztendlich zum Bruch mit ihrer Arbeitgeberin führt. Stilistisch vergleichbar mit Jane Austen, lohnend.

  • Elizabeth H. Winthrop: Mercy Seat, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die Südstaaten der USA 1943: der Schwarze Will wird wegen sexuellen Missbrauchs zum Tode auf dem elektrischen Stuhl verurteilt. Der Roman schildert aus verschiedenen Perspektiven den Tag vor, den Tag der sowie den Tag nach der Hinrichtung. Meisterhafte Milieuschilderung der Südstaaten mit ihrem Rassismus.

  • Angelika Klüssendorf: Jahre später, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Rückblickende Schilderung der unguten Beziehung einer jungen Schriftstellerin mit einem älteren Arzt. Dritter Teil der autobiografisch angehauchten Trilogie Klüssendorfs nach „Das Mädchen“ sowie „April“, auch unabhängig von den beiden anderen zu lesen.

  • Benedict Wells: Fast genial, Becks letzter Sommer, 2016  (in der Bibliothek vorhanden)
    Francis, ein bei seiner Mutter im Trailerpark aufgewachsener Loser erfährt, dass er das Produkt einer künstlichen Befruchtung ist. Daher macht er sich in der Hoffnung auf einen genialen Vater auf einen Roadtrip quer durch die USA auf, um seine Identität zu finden. Wirkt trotz guter Thematik  z.T. etwas konstruiert.

  • Michael Chabon: Moonglow, 2018  (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Von „Vergleichbar mit dem Hundertjährigen, der die Welt rettet, versickert aber nach gutem Beginn“ bis „In bester US-amerikanischer Literaturtradition verspricht die Kombination aus literarischem Anspruch und unterhaltsamer Story den perfekten Lesegenuss“ (Oke Simons, ekz) gehen die Kritiken weit auseinander. 

Lyrik:

  • Herta Müller: Im Heimweh ist ein blauer Saal, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Dieses wunderschön gestaltete Buch der Nobelpreisträgerin zeigt  „Klebegedichte“ von Herta Müller, die diese mit ausgeschnittenen Worten aus Zeitungen und Zeitschriften erstellt hat, inhaltlich gleichsam persönlich und politisch, in ihrer unvergleichlichen Sprache. Nicht so schwer wie „Die blassen Herren mit den Mokkatassen“. Toll, immer mal wieder zum Reinschauen und Entdecken.

Hörbuch: 

  • Astrid Lindgren: Die Menschheit hat den Verstand verloren: Tagebücher 1939 -1945, 2015 (in der Bibliothek vorhanden)
    Eva Matthes liest die Kriegstagebücher von Astrid Lindgren sehr passend ein. Das persönliche Zeitdokument einer sehr klugen Frau, die schon immer ein Gespür für das große Ganze hatte und den geschichtlichen Hintergrund dieser erschreckenden Zeit in ihrer unverkennbaren Art sehr gut nahebringt.

Sachbuch:

  • Walter Isaacson: Leonardo da Vinci, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Vom Bestsellerautor und Historiker Isaacson sehr gut nahgebrachte Darstellung der Kreativität und des offenen, positiven Freigeistes von Leonardo, welche  ihm auf dem Weg zum Universalgenie sehr geholfen haben. Gleichzeitig auch eine kenntnisreiche, lebendige Spiegelung des damaligen Florenz. Im Jubiläumsjahr Leonardos sicher eine der bedeutenden Neuerscheinungen.
     
  • Edda Ziegler: Theodor Fontane, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Auch im Fontane-Jahr gibt es eine Fülle von Neuerscheinungen zum Thema. Die Besonderheit dieses Titels ist der psychologische Zugang zu Fontane, der Schlüssel zu seinen Arbeiten liegt in seiner Herkunft und der Beziehung zu Frau und Tochter. Lohnende Neuauflage des Werks von 1996. 

  • Harald Jähner: Wolfszeit: Deutschland und die Deutschen 1945 – 1955,  2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Sehr detailliert, z.T. jedoch etwas langatmig, schildert der Autor den bundesdeutschen Alltag (Wohnungsnot, Vertriebene …) wie auch das Lebensgefühl der Deutschen und ihre wieder aufkommende Lebenslust nach dem Krieg. Bestseller.

Der erste Literaturschnack nach der Sommerpause findet statt  am Mittwoch, 04.09.2019 um 10.30 Uhr in der zib-Bibliothek. Alle Interessierten sind wieder herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.


 

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23.08.2019

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