1. Unna.de:
  2. Kulturbetriebe Unna
  3. Bibliothek
  4. biblog

Unna von A-Z:

Kulturbetriebe Unna

  1. Startseite
  2. Bibliothek
    1. biblog
    2. Bitte lesen...
    3. Eltern
    4. Jugendliche
    5. Kinder
    6. Lehrerinnen & Lehrer
    7. Medien & Recherche
  3. Hellweg-Museum
  4. i-Punkt
  5. Internationale Komponistinnen Bibliothek
  6. Kulturbereich
  7. Kulturentwicklungsprozess
  8. Kulturrucksack NRW
  9. MedienKunstRaum
  10. Schule im zib
  11. Selbstlernzentrum
  12. Stadtarchiv
  13. Verwaltungsbereich
  14. Wegweiser im zib

Anregung & Kritik

  1. Sagen Sie uns Ihre Meinung!

Kreisstadt Unna:

Literaturschnack Mai 2019 

Ein unterhaltsamer und informativer Austausch über Literatur...

Am Mittwoch, 8. Mai 2019, ging der Mai-Literaturschnack in der Bibliothek über die Bühne. Viele hervorragend informierte Teilnehmende gaben wieder sehr gute Anregungen zu zukünftiger Lektüre, aber auch deutliche Verrisse wurden geäußert. Dass es für jeden Titel unterschiedliche Beurteilungen geben kann, macht u.a. den Reiz des Literaturschnacks aus. Ein gut geführtes konstruktives Streiten über Bücher macht halt einfach Spaß.

Die Literaturschnack-Tipps vom 08.05.2019 im Einzelnen:

Romane:

  • Celeste Ng: Kleine Feuer überall, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Dieses moderne Märchen in Form eines Familien- und Gesellschaftsromans beginnt furios. Die jüngste Tochter der Richardsons hat ihr Haus angezündet und ist verschwunden. Nach und nach stellt Celeste Ng die Situation der Richardsons und deren Mieterinnen Mia und Pearl Warren dar. Gut geschrieben, aber sehr konstruiert weiß der Roman jedoch bestens zu unterhalten und seziert die amerikanische bessere Gesellschaft. Izzys Beweggründe kommen allerdings zu kurz, weniger Themen wären mehr gewesen.
     

  • Sasa Stanisic: Herkunft, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Autobiografisches Buch des 1992 nach Deutschland eingewanderten gebürtigen Bosniers Stanisic. Hierin reflektiert er episodenhaft über Herkunft und Heimat, die sich bei ihm insbesondere in der Person der an Demenz erkrankten Großmutter manifestieren.  Sprachgewaltige, überraschende und liebevolle Erinnerungen. Bestseller.
     
  • Siri Hustvedt: Damals, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Die bekannte amerikanische Autorin und Feministin findet ihre Tagebücher aus den19 70-er Jahren wieder und nimmt diese zum Anlass, ihre damaligen Empfindungen und ihre Entwicklung nachzuvollziehen und zu analysieren. Wie weit klaffen Erinnerung und Realität auseinander? Etwas selbstverliebt.

  • Sibylle Berg: Der Mann schläft, 2009  (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Eine moderne Liebesgeschichte, die allerdings durch die misanthropische und distanzierte Erzählweise deprimierend wirken kann. Die Erzählerin hat endlich den Mann gefunden, mit dem sie sich vorstellen kann, zu leben, als dieser auf einer chinesischen Insel verschwindet. Ansichtssache. 

  • Tim Parks: Die Stille, 2006  (in der Bibliothek nicht vorhanden) 
    Der bekannte Journalist Harold Cleaver benötigt eine Auszeit nachdem ihn sein Sohn in einem nur mühsam kaschierten Roman nicht sehr vorteilhaft beschrieben hat. Auf dem Höhepunkt seiner Karriere zieht er sich auf eine einsame Hütte in den Tiroler Bergen zurück und versucht, zur Ruhe zu kommen. Seine Dämonen lassen ihn jedoch nicht los. Hohes literarisches Niveau, jedoch keine leichte Kost. 

  • Günter de Bruyn: Der neunzigste Geburtstag, 2018 (in der Bibliothek vorhanden) 
    Die langsam erzählte, sehr lohnende Geschichte über ein altes Geschwisterpaar erinnert vom Sprachduktus entfernt an Fontane. Die Schwester wird dazu überredet, ihren 90. Geburtstag zu feiern, den ihr Bruder vorbereitet. Dabei erleben sie die aktuelle politische Situation mit den alles beherrschenden ökonomischen Zielen und der politisch korrekten Sprache als anstrengend und misstrauen der unheilvollen Entwicklung. Man merkt diesem „ländlichen Idyll“ in einem brandenburgischen Dorf das profunde Wissen des Autors über die deutsch-deutsche Geschichte deutlich an. 

  • Clarissa Goenawan: Rainbirds, 2019 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Dieser Roman erinnert an den Schreibstil Murakamis und wird die Leserschaft in Fans und Gelangweilte spalten. Ein japanischer junger Mann, dessen Schwester ermordet wurde, begibt sich auf die Suche nach Antworten auf die ungeklärten Fragen ihres Lebens. Z.T. surreal anmutend lotet die Autorin (Geschwister-)Beziehungen und deren Grenzen aus. 

  • Ayelet Gundar-Goshen: Lügnerin, 2017 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Eine unscheinbare Eisverkäuferin gerät in Tel-Aviv durch eine Lüge ins Licht der Öffentlichkeit. So sehr genießt sie die Aufmerksamkeit, dass sie die Lüge nicht mehr zurücknehmen will. Findet sie zur Wahrheit zurück? Psychologisch fein dargestellte Charakterstudie.  

  • Ralf Rothmann: Der Gott jenes Sommers, 2018 (in der Bibliothek vorhanden)
    Aus der Sicht einer 12-jährigen dargestellte Erlebnisse während des letzten Kriegssommers 1945 in Kiel. Abgemildert durch ihre Mädchenwelt auf dem Landgut des Onkels in Kiel (man ist wohlhabend, es gibt Pferde) und die weite Entfernung von der Front kommt Luisa jedoch im Laufe der Zeit mit den menschlichen Abgründen in der eigenen Familie in Berührung. Von der Kritik ambivalent aufgenommen.

  • Benedict Wells: Becks letzter Sommer, 2016  (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Der gescheiterte und mit seinem jetzigen Leben hadernde Musiklehrer Beck entdeckt unter seinen Schülern ein musikalisches Wunderkind. Dieses möchte er gerne fördern, bekommt jedoch Schwierigkeiten mit der kriminellen Energie des litauischen Rauli und seiner undurchsichtigen Familie. Und dann sind da auch noch die  schrägen Freunde, die Becks Unterstützung benötigen. Der Debutroman des erfolgreichen, jungen Autors Wells verspricht eine leichte Lektüre mit kleinen Schönheitsfehlern, teilweise ein wenig plakativ aber durchaus charmant und  unterhaltsam.

  • Julian Barnes: Die einzige Geschichte, 2019 (in der Bibliothek vorhanden)
    Der sprachmächtige Julian Barnes legt mit diesem neuen Roman eine philosophische, schmerzliche Abhandlung  über die Liebe vor. Der 19-jährige Paul verliebt sich in die mehr als doppelt so alte, verheiratete Susan. In drei Teilen geschildert wird die Beziehung immer problematischer und der Erzähler immer distanzierter. Für Freunde philosophischer Romane. 

  • Elif Shafak: Die vierzig Geheimnisse der Liebe, 2013 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Entwicklungsroman einer Frau in den 40-ern, die durch die Lektüre eines Buches und die darin geschilderten Rituale der Derwische den Mut findet, ihr Leben umzukrempeln. Interessanter Culture Clash von moderner und mittelalterlicher Gesellschaft und gelungene Darstellung der hier eher unbekannten Riten der muslimischen Derwische. 
     

Sachbuch:

  • Wladimir Arsenjew: Der Taigajäger Dersu Ursala, 2009, (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Spannend geschriebener Bericht des russischen Wissenschaftlers Arsenjew über die Erlebnisse auf seinen Forschungsreisen Anfang des 20. Jahrhunderts im russischen Osten. Dabei werden archaische Kulturen und das Überleben mit und in der Wildnis sehr anschaulich, lebendig und künstlerisch dargestellt. Eine Wiederentdeckung. 

  • Bruni Adler: Bevor es zu spät ist, 2004 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Die Autorin hat es sich zur Aufgabe gemacht, das Wissen der Kriegsgeneration über den Kriegsalltag zu bewahren. Darum führt sie 20 Interviews mit Personen, die selbigen noch erlebt haben. Zusammengekommen ist eine gute Mischung von Zeitzeugen aus unterschiedlichsten Lebenssituationen, von einer KZ-Insassin über einen SS-Mann bis zum einfachen Zivilisten. Allerdings stören ihre Anmerkungen zu den Interviewbegleitumständen sehr, daher nur unter Vorbehalt empfohlen.

Dazu passend aber besser:

  • Edward Timms: Die geheimen Tagebücher der Anna Haag, 2019 (in der Bibliothek nicht vorhanden)
    Der Autor analysiert die geheimen Kriegstagebücher der Stuttgarter Feministin und Politikerin Anna Haag, die in diesen ihre Kritik an der herrschenden Propaganda im Krieg aufschrieb. Er setzt Passagen dieses Tagebuchs Auszügen aus anderen Tagebüchern und Quellen der Zeit gegenüber und schafft damit ein umfassendes Bild des deutschen Kriegsalltags.

Der letzte Literaturschnack vor der Sommerpause findet statt  am Mittwoch, 05.06.2019 um 10.30 Uhr in der zib-Bibliothek. Alle Interessierten sind wieder herzlich willkommen, der Eintritt ist frei.

 

 

Schreiben Sie einen Kommentar zu dieser Meldung


14.11.2019

Kreisstadt Unna

Stadtbibliothek

Stadtbibliothek

Telefon: 02303/103 701
Fax: 02303/103 788
E-Mail

Lindenplatz 1
59423 Unna

Öffnungszeiten:
Dienstags - Freitags
10:30 - 18:30 Uhr

Samstags
10:30 - 14:30 Uhr

Montags
geschlossen