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Kreisstadt Unna:

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Future Cities 

Der Lippeverband hat im Januar 2014 die Kreisstadt Unna angesprochen und dafür geworben, im Stadtgebiet den von ihr entwickelten Futur Cities-Anpassungskompass pilothaft anzuwenden und zu testen. Ausschlaggebend für die Entscheidung war, dass die Kreisstadt Unna bereits ein Strategiekonzept Klimawandel verabschiedet hatte und darüber hinaus eine für den Test interessante Topografie und Stadtlandschaft aufweist.

Die Starkregen-Ereignisse der jüngsten Vergangenheit bestätigen, dass das Pilotprojekt hoch aktuell und sinnvoll ist. Mit der Teilnahme am Projekt verfolgt die Kreisstadt Unna weiter konsequent ihre Strategie zur Anpassung an die Folgen des Klimawandels. Zu erwähnen ist auch, dass die Kreisstadt Unna als Pilotstadt die erste Kommune in Deutschland ist, die den Future Cities- Anpassungskompass des Lippeverbandes erfolgreich angewendet hat.

Projektverlauf und die wichtigsten Ergebnisse:

Eine Arbeitsgruppe, bestehend aus rund 30 Personen aus den Bereichen der Verwaltung (Umwelt, Stadtbetriebe, Planung, Bürgerservice/Ordnung, Pressestelle), den Stadtwerken, der Feuerwehr, der Landwirtschaftskammer, der unteren Wasserbehörde, Ratsfraktionen, Ortsvorstehern, Landwirtschaft sowie dem Vorsitzenden des Interfraktionellen Arbeitskreises Klimaschutz, den Fachleuten des Lippeverbandes und Mitarbeitern einer begleitenden Kommunikationsagentur erarbeiteten einen Anpassungskompass.

Alle verfügbaren klimarelevanten Daten, Pläne, Informationen, Publikationen, Fotos, Konzepte,  Presseberichte, meteorologische Messreihen, Einsatzberichte und Ortskenntnisse wurden zusammengetragen, diskutiert und dem Lippeverband zwecks kartografischer und textlicher Aufbereitung zur Verfügung gestellt.

Grundlage für das Projekt war die Simulation eines mittleren Niederschlagsereignisses (90 mm in 1 Stunde) und die darauf basierende Erstellung einer Starkregen-Ereigniskarte für etwa 2/3 der Stadtfläche (mittleres und westliches Stadtgebiet). Die Karte zeigt detailliert die oberflächigen Fließwege und stellt die Fließtiefen und Sammelbecken dar.

Einen besonderen Schwerpunkt bildete die Bewertung, inwieweit wichtige Infrastruktureinrichtungen (Versorgungs- und Entsorgungsanlagen, notwendige Flucht- und Rettungswege, Schulen, Kindergärten, Seniorenheime, Krankenhäuser u.a.) bei einem entsprechenden Starkregen-Ereignis gefährdet sind.

Im Arbeitskreis bestand Einigkeit darüber, dass trotz aller Erkenntnisse aus dem Projekt bei einem extremen Starkregen nicht alle Probleme lösbar sind und auch die Bürgerinnen und Bürger Eigenvorsorge betreiben müssen. Gleichwohl sollte dargestellt werden, was die Kreisstadt Unna mit ihren Institutionen für die öffentliche Daseinsvorsorge leisten kann.

Die Kreisstadt Unna (Stadtbetriebe, Umwelt, Feuerwehr, Stadtwerke, Planung u.a.) ist dabei auf verschiedenste Art und Weise aktiv, um Problemen mit zunehmenden Starkregen-Ereignissen infolge des Klimawandels zu begegnen:

  • Auswertung der Starkregen-Daten im Rahmen der Bauleitplanung, bei Baugenehmigungen sowie im Hinblick auf gefährdete Infrastruktureinrichtungen
  • Berücksichtigung der Ergebnisse aus dem Projekt „Future Cities“ bei Umweltverträglichkeitsprüfungen
  • Aufnahme der Erkenntnisse aus dem Projekt „Future Cities“ in die Fortschreibung des Strategiekonzepts Klimawandel
  • Information und Sensibilisierung der Öffentlichkeit über die Folgen des Klimawandels sowie über notwendige Anpassungsmaßnahmen
  • Berücksichtigung der Vulnerabilitäten bei der Planung von Einsätzen der Feuerwehr, der Stadtbetriebe, der Stadtwerke, des Stabes außergewöhnliche Ereignisse oder weiterer Dienststellen der Kreisstadt Unna
  • Erhalt und ökologische Aufwertung von Grünzonen, Biotopen und Waldflächen als Vorsorgebeitrag zur Retention von Starkregen
  • Teilnahme an der jährlichen Gewässerschau des Kreises Unna, u.a. zur Sicherstellung der Abflussleistung von Bachläufen
  • Mitwirkung an der Umsetzung der Landschaftsplanung und des Ausgleichsflächenmanagements mit Maßnahmen der Extensivierung und des Erosionsschutzes
  • Beratung von Bürgerinnen und Bürgern zu Klimaschutz und Klimaanpassung, von der Energieversorgung über Umweltschutz und Verbraucherverhalten bis zur Haus- und Gebäudetechnik.
  • Beratungsstellen: Energietreff der Stadtwerke, Umweltberatungszentrum, Verbraucherzentrale, Kundenberatungszentrum der Stadtbetriebe
  • Unterhaltung von 120 km Gewässerläufen im Stadtgebiet mit Sicherstellung der Vorflut
  • Bau und Betrieb von Hochwasserschutzanlagen, z.B. Siddinghausen, Bornekamp, Morgenstraße, Bimberghof
  • Betrieb und Unterhaltung des knapp 300 Kilometer langen öffentlichen Kanalnetzes
  • Betrieb von rund 40 Sonderbauwerken (Pumpwerke, Regenrückhaltebecken, Stauraumkanäle, Regenüberläufe und Regenklärbecken)
  • Kontrolle von rund 85 städtischen Einleitungsstellen in Gewässer
  • Mitwirkung bei der Umsetzung der Wasserrahmenrichtlinie der EU
  • Kontinuierliche Verbesserung der „Abwasserwirtschaft/Gewässer“ im Rahmen des Projekts „Qualitäts- und Umweltmanagement“ der Stadtbetriebe Unna

Das Pilotprojekt wurde im September 2014 abgeschlossen.

Die Erkenntnisse aus „Future Cities“ werden in die Fortschreibung des Strategiekonzepts Klimawandel der Kreisstadt Unna übernommen.

Informationen können auch unter www.stark-gegen-starkregen.de abgerufen werden.


23.09.2019

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